Handicap System Yardstick

Im Gegensatz zu Golf und anderen Sportarten bekommt bei Segelregatten nicht der Teilnehmer, sondern die Yacht einen Handicap Faktor zugewiesen, z.B. bei der Hessenregatta einen Yardstick-Wert. Die gesegelten Zeiten unterschiedlicher Yachten werden mit dem Yardstickwert in berechnete Zeiten umgewandelt und verglichen.

Dadurch ist es möglich, dass unterschiedlich konstruierte Yachten gegeneinander segeln und gewertet werden können. Da die Hessenregatta größtenteils mit gecharterten Yachten ausgetragen wird, und für die meisten Yachten kein Meßbrief des IMS/ORC Club Systems vorhanden ist, haben die Organisatoren der Hessenregatta das einfachste Handicap System “Yardstick“ gewählt.

YARDSTICK ist ein „Gentleman’s System“, bei dem die Yardstickzahl die Leistung eines Bootes wiedergibt. Die Yardstickzahl ist das ohne Vermessung ermittelte „Handicap“ eines Schiffes.
Hierfür gilt: Umso mehr Schiffe eines Typs und umso häufiger die Teilnahme an Yardstick-Wettfahrten, desto genauer kann die Einstufung sein.

Yachten desselben Serientyps, für die eine YS-Zahl gilt, müssen also dieselben Konstruktionsmerkmale des Rumpfes (Tiefgang, Motorausrüstung, Verdrängung, Kielgewicht, Kielform und -material u.ä.) und denselben Ausrüstungsstandard von Rigg und Segeln aufweisen (Quelle DSV).


Somit kann der Yardstickwert nicht über die techn. Daten einer Yacht ermittelt werden. Sonst wären keine Vergleichsregatten zu Yardstickermittlung notwendig. Aus einem ORC Messbrief abgeleiteter Wert ergibt daher keine verlässliche Yardstickzahl.

Die Berechnung der Ratings (Handicaps) basiert beim IMS/ORC Club System auf der theoretischen Geschwindigkeit eines Bootes bei verschiedenen Windstärken und Einfallswinkeln. Hier fließen Daten aus der Hydrostatik und Aerodynamik mit ein, woraus auch ein Velocity Programm, eine Geschwindigkeitsvorhersage für verschiedene Windsituationen unter verschiedensten Bedingungen (Welle) ergibt (Quelle Cross25.de).

Segelyachten die an der Hessenregatta teilnehmen bekommen grundsätzlich den in der DSV-Liste angegebenen Wert (Grundstandard) zugewiesen.
Somit sollte ein teilnehmende Yacht dem DSV Grundstandard entsprechen. Z.B. wer keinen Spi an Bord hat muss sich einen borgen. Dies bedeutet: Es gibt keine Vergütung wenn die Yacht nicht dem Grundstandard entspricht.
Wenn eine Yacht über den Grundstandard hinaus geht, also verbessert worden ist, wird diese als Ein-Typ Yacht behandelt und vom Yardstick-Komitee neu eingeschätzt. (Siehe Regattaausschreibung)

Manfred Iffland Juni 2019
Mitglied Technisches Komitee

© 2019 Denise und Manfred Iffland